Was ist die hvv Custom App?

Die Assistenz-App ermöglicht den Fahrgästen mit Seh- und Höreinschränkungen den barrierefreien Zugang zu wichtigen, dynamischen Fahrgastinformationen im Hamburger ÖPNV. Sie kann kostenlos aus den App-Stores von Apple und Google heruntergeladen werden. Um den unterschiedlichen User-Bedürfnissen gerecht zu werden, ist die App individuell anpassbar und kann wahlweise per Sprachausgabe, Text oder visueller Optimierung genutzt werden. 

Aktuell bietet die hvv Custom App diese Funktionen:

So geht’s jetzt weiter!

Ab Oktober 2025 startet eine vierjährige Phase, in der die App weiterentwickelt wird. Das Projekt wird von der European Urban Initiative (EUI – Europäische Stadtinitiative) im Rahmen des EUI-Programms „Innovative Actions“ unterstützt, das innovative Lösungen zur Bewältigung aktueller Herausforderungen der nachhaltigen Stadtentwicklung vorantreibt. Das Custom-App-Projekt konnte sich unter 110 Bewerbungen im Themenbereich „Technologie in Städten“ durchsetzen.

Das Ziel: Die App soll auf allen Bussen, Zügen und Fähren im Hamburger Verkehrsverbund implementiert werden. Und es werden neben erweiterten Features auch neue Systeme einbezogen, um die Barrierefreiheit für seh- und höreingeschränkte Fahrgäste im hvv weiter zu erhöhen. 

Zu den geplanten neuen Funktionen gehören unter anderem:

Die Nutzenden sollen auch hier in allen Phasen eingebunden werden. Denn nur mit konsequenter Nutzerorientierung ist das selbständige Fahren im ÖPNV für alle möglich und eine echte Inklusion erreichbar. 

Das sagen die Nutzenden

Wer wissen möchte, wie sich die hvv Custom App in der Praxis bewährt, dem empfehlen wir ein Video von Mr. Blindlife. Der blinde Influencer mit über 150.000 Followern war in die Entwicklung eingebunden und stellt auf YouTube seine Erfahrungen mit der App vor.

Neugierig, wie wir die App entwickelt haben?

Dann haben wir Insights für dich. In unserem Blogbeitrag „Nächste Haltestelle Barrierefreiheit“ stellen wir dir den Entwicklungsprozess genauer vor.

Die Einführung autonomer On-Demand-Verkehre könnte der Schlüssel sein, um den öffentlichen Verkehr effizienter, nachhaltiger und für mehr Menschen zugänglich zu machen. Doch barrierefreie Lösungen entlang der gesamten Reisekette sind kein Selbstläufer: Von Fahrzeugkonzepten über virtuelle Haltestellen bis hin zur Kommunikation mit Leitstellen – es gibt viele Herausforderungen, die wir nur zusammen meistern können.

Dafür treffen wir uns einmal pro Quartal in einer virtuellen Runde, um uns praxisnah auszutauschen und zu vernetzen. Die ersten Meetups waren ein voller Erfolg. Über 50 Teilnehmende haben sich mit der Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr und der Integration autonomer Fahrzeuge auseinandergesetzt. Neue Teilnehmende sind herzlich willkommen.

Barrierefreiheit im ÖPNV: Der Status Quo

Wir müssen es mal ganz ehrlich sagen: Deutschland ist ein Flickenstaat – zumindest, was das Thema Barrierefreiheit im ÖPNV angeht. Vor allem gibt es einen großen Stadt-Land-Gap. Wer auf dem Land nicht selbst Autofahren kann, hat oftmals keinen Anschluss. Dazu gehören neben den Menschen mit Einschränkungen – zum Beispiel Seh- oder Höreingeschränkte oder Menschen im Rollstuhl – auch die älteren Menschen, die nicht (mehr) mit dem eigenen Auto fahren können.

Damit gibt es gleich zwei große Problemfelder in den ländlichen Gebieten: überhaupt einen öffentlichen Nahverkehr zu schaffen, der die Menschen zu ihren Wunschzeiten transportiert und einen barrierefreien Zugang für alle zu ermöglichen. On-Demand-Angebote – gekoppelt mit barrierefreien, digitalen Buchungsmöglichkeiten und Orientierungshilfen – zum Beispiel für digitale Haltepunkte – sind ein guter Lösungsansatz.

Wenn autonome Fahrzeugoptionen hinzukommen, ist auch das Personalproblem im ÖPNV lösbar. Aber gerade die kleineren Verkehrsverbünde sind mit der Entwicklung von gangbaren Wegen meist total überfordert. Und auch die größeren Verkehrsverbünde sehen sich einer Reihe von Problemen ausgesetzt, zum Beispiel mit flächendeckenden Optionen inklusive der Randbezirke. Genau hier setzt unsere BOA-Initiative an.

Warum haben wir die BOA Meetups ins Leben gerufen?

Sowohl wir von Innovation Natives als auch Interlink entwickeln seit Längerem Lösungen zusammen mit verschiedenen Verkehrsverbünden in Deutschland – auch im Doppelpack bei einigen Projekten. 
Dabei haben wir schnell festgestellt, dass sich ganz viele Verbünde mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigen. Aber: Die meisten davon sind auf sich allein gestellt. Um es mal salopp auszudrücken: Jeder kocht sein eigenes Süppchen und die deutsche Verkehrslandschaft ist stark fragmentiert. Es gibt einfach keine übergreifende Vernetzung, die allen das Leben leichter machen und für mehr Effizienz und Kostenersparnis sorgen würde. Das war für uns der Auslöser, um hier aktiv zu werden und ein Austauschformat für alle Akteure auf die Straße zu bringen.

Was sind unsere Ziele?

Unser Ziel ist klar: den barrierefreien Ausbau im öffentlichen Verkehr gemeinsam vorantreiben – mit frischen Ideen und kollaborativen Ansätzen. Um das zu erreichen, möchten wir die verschiedenen Akteure – Technik, Forschung, Mobilitätsanbieter und Nutzerverbände – vernetzen, um die Umsetzung barrierefreier Systeme zu fördern. Durch den offenen Austausch über Herausforderungen, Lösungen und Best Practices wollen wir gewährleisten, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in der Entwicklung neuer Mobilitätssysteme berücksichtigt werden. Dies fördert eine inklusive Mobilität, bei der alle Menschen – unabhängig von ihrer Behinderung – gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Konkret wollen wir das in folgenden Schritten erreichen:

Wer ist alles dabei und wie kann ich teilnehmen?

In unserem BOA-Meetup kommen Akteure aus allen Bereichen zusammen, die entweder das Thema Barrierefreiheit verantworten und/oder aktiv an Lösungen arbeiten oder die selbst davon betroffen sind. Das sind:

Mitmachen statt mitlesen

Gehört ihr zu den Akteuren und möchtet gerne bei unserer Initiative mitmachen? Dann seid Ihr herzlich dazu eingeladen. Meldet euch gerne bei unserem Projektleiter Dominik Löw-Evans. Wir freuen uns auf euch!

Diesen Mehrbedarf versuchen wir wann immer möglich zu decken. Umso mehr hat es uns gefreut, dass Dominik Löw-Evans, Richard Messmann, Elske Ruge und Nicole Häring gemeinsam mit Liss Böckler und Laura Bornemann von Interlink mit einer Projektidee die diesjährige Young Mobility Impact Challenge, initiiert vom Young Mobility Network, gewonnen haben! Für diese haben sich die sechs initiativ ein in vorausgegangenen Projekten identifiziertes Problem vorgenommen und kollaborativ Lösungsansätze entwickelt. Das Ergebnis? Ride Ready! Doch erstmal zum Problem selbst.

Das zu lösende Problem

Wenn wir über Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr sprechen, teilen wir als Gesellschaft die Zielgruppe in der Regel in 3 Teil-Gruppen: Menschen mit Mobilitäts-, Seh- und Hör-Einschränkungen. Doch diese sind nicht die einzigen Gruppen von Menschen, die auf Hürden in der Nutzung der bestehenden Mobilitäts-Angebote treffen. Eine der oft vernachlässigten Gruppen sind neurodivergente Menschen, wie beispielsweise Menschen mit einer Autismus- Spektrum-Störung. Auch diese sind in der Nutzung von Mobilitätsangeboten mit Hindernissen konfrontiert. 

Bei On-Demand Services ist dies gleich doppelt schade, denn On-Demand Services lösen gleich 3 Probleme der Zielgruppe:

01
On-Demand-Services stellen eine ruhigere Umgebung dar
02
On-Demand-Services sind im Vergleich zu anderen ÖPNV-Angeboten berechenbarer
03
On-Demand-Services können planbar gebucht werden und bedürfen weniger spontaner Anpassungen

In Gesprächen mit Vertreter*innen der Zielgruppe zu autonomen On-Demand Services haben wir viel zu den zentralen Hürden in der Nutzung erfahren. Eins der Probleme hat dabei besonderes Interesse bei uns geweckt: Neurodivergenten Menschen fehlt die Möglichkeit der Vorbereitung auf die Nutzung für sie unbekannter Mobilitätsangebote. 

Die Lösung? Ride Ready!

Der Bedarf an verlässlichen Vorabinformationen kann durch das Anbieten von Ride Simulation gedeckt werden. 

Ride Ready gibt den Nutzenden die Chance den gesamten Fahrtablauf bereits vor Nutzung zu durchlaufen. Angefangen bei der Buchung, mit den benötigten Parametern, über die Auswahl von ggf. Haltepunkten und der Simulation des Fahrzeuginnenraums bis hin zum Ausstieg. So wird eine größere Erwartbarkeit für die Umstände, die Umgebung und die Nutzung des Angebotes geschaffen. 

Nun sind die Buchungsapps für On-Demand Shuttles unterschiedlich aufgebaut. Wie soll Ride-Ready hier ein so breites Angebot abdecken, ohne zu generalisieren? Dadurch, dass es individualisiert. Ride Ready kann als Feature oder Implementation in bestehende Apps gesehen werden. Das macht Ride Ready skalierbar und genau das ist wichtig, um einen möglichst großen Beitrag zu mehr Barrierefreiheit im ÖPNV zu liefern. 

Doch damit ist der Skalierbarkeit von Ride-Ready noch kein Ende gesetzt: Warum nur On-Demand Verkehre erwartbarer machen? Wir finden, das Angebot kann auch für andere Mobilitätsangebote Sinn machen. Denn auch Bus, S- genau wie U-Bahn und auch Fähre fährt man irgendwann zum ersten Mal. Und über die Möglichkeit der optimalen Vorbereitung freuen sich zusätzlich noch ganz andere Zielgruppen: Beispielsweise Kinder, die zum ersten Mal allein Bus, Bahn oder Fähre fahren sollen genauso wie ihre Eltern, die sie optimal darauf vorbereiten wollen.

Also worauf warten wir? Lets get Ride ready!

Dafür brauchen wir dich!

Denn: Wir suchen nach einem starken Partner für die Umsetzung von Ride Ready. Wenn du das Thema mit uns weiterverfolgen möchtest, dann melde dich bei uns. Wir haben immer Lust, unsere Produkt-Vision mit dir zu teilen und sie gemeinsam Realität werden zu lassen!